Es sind die letzten Stunden einer ganz besonderen Reise, die letzten Minuten des Lebenstraumes Weltreise. Ich sitze in Entebbe in Uganda, blicke auf Papyrus-Pflanzen und denke an die letzten Wochen. Afrika, Roadtrip, Elefanten, Geparden, die Lehmhütten, die Menschen, die an der Straße Mzungu, Mzungu, Weißer, Weißer rufen. Morgen um diese Uhrzeit bin ich Berlin, bekanntes, chaotisch schönes, dreckiges Berlin.
Elf Monate waren wir weg. Und ja, es ist komisch, dass es jetzt vorbei ist. Es ist aber vor allem schön, das alles erlebt zu haben. Diese Momente, die wir nie teilen werden können, weil es niemand verstehen kann. Sie gehören uns. Die Reise hat soviel gekostet wie ein Neuwagen, wegen der Flüge nach Afrika dann doch mit Leichtmetallfelgen und Klimaautomatik. Ein Jahr um die Welt für den Gegenwert eines Gegenstandes, das ist fair.
Haben wir uns verändert? Nein. Wir haben darüber nachgedacht, was diese Reise mit uns gemacht hat. Wir sind dieselben Menschen, haben dieselben Wertvorstellungen und Träume. Träume, minus Weltreise.
Wollen wir weiterreisen? Ja. Aber nicht mehr am Stück. Es gibt noch soviel zu sehen, da ist der Süden Kolumbiens, Boliviens, Laos, West-Afrika. Und alle sind ein paar Flugstunden entfernt, alle kann man besuchen, wenn man einfach zwei Wochen Urlaub nimmt.
Und Afrika
In den letzten drei Wochen sind wir 4000 Kilometer im Auto durch Malawi, Tansania und Uganda gereist, sind dreimal über der Äquator. Und haben doch nur einen Bruchteil gesehen.
Ich bin auf einen Schlag verliebt in Afrika – und der Schlag hat gesessen. Diese rote Erde, die abends von der feuerroten Sonne aufgefangen wird. Die unendliche Weite, mit Baobabs und die typischen Bäume, deren Kronen gerade wie der Horizont wachsen. Die Tierwelt! Dieses Gefühl, in Uganda nach einer Wanderung in den Wald zu gehen und einen 150 Kilo schweren Silberrücken vor sich zu haben. Einen Berggorilla, einen von nur noch 800 weltweit.
Wir hören auf, wenn es am Schönsten ist. Und denken: „Alles richtig gemacht!“
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