SIE – Gedankenschnipsel, Gehirnwirrwarr, das große Grübeln – die letzte Woche Weltreise

Ananas-Verkauf am Straßenrand

Ananas-Verkauf am Straßenrand

In meinem Kopf geht es zu wie auf einem afrikanischen Markt. Das totale Gewusel. Menschen, Tiere. Alles durcheinander. Reden, schreien, rufen, gackern, hupen, krähen, fiepsen, brabbeln. Jeder unterbricht den anderen, keiner ist allein.

In meinem Hirn herrscht Chaos. Neue Ideen poppen auf, während alte noch nicht zu Ende gedacht sind. Wiedersehen, Arzttermine, Wohnung einräumen – wie soll das alles in 24 Stunden passen? Wie viel Tage hat eine Woche nochmal?

Apropos: In einer sind wir zurück!

Voilà, mein Synapsen-Stop-and-Go

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Was werde ich wohl denken? Auf dieser Strecke von der ugandischen Provinzstadt Masaka in die Hauptstadt Kampala?

Markt in Uganda

Markt in Uganda

Mit unseren Freunden Elena und Nils fahren wir sie jetzt zum ersten Mal. Jedes Haus ist neu. Ugandas Baustil ist völlig anders als der Tansanias. Vor vier Stunden waren wir noch in einem anderen Land. Jetzt ist wieder alles neu, so wie es elf Monate auf Weltreise war. Wenn wir ein Land gerade kennengelernt hatten, die Währung umrechnen, „hallo“, „danke“, „bitte“ in der Sprache der Einheimischen sagen konnten, sind wir wieder in Boot, Bus, Bahn oder Flugzeug gestiegen und haben den Neustart gewählt. Rein ins nächste Abendteuer. Lass uns los, lass uns gehen.

Die Fahrt dieser Strecke ist wie „worldtrip – game over“ auf Probe. Denn diesen Weg werden wir auch kurz vor Abflug nehmen. Wenn es nicht mehr Tage sondern nur noch Stunden sind, bis wir ins Flugzeug steigen. Ab nach Hamburg, ab nach Hause, ab …

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Huhn gekauft und ab nach Hause

Huhn gekauft und ab nach Hause

„Gehirnchaos und Gedankenkarussell“ war der Titel meines ersten Beitrages auf Weltreise. Es könnte auch der meines letzten sein. Ob meine Seele wieder länger braucht – wie verlorenes Gepäck? Ob …

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„Und, was hast du so am letzten Wochenende gemacht?“ „Ich war in Uganda – raften auf dem Nil…“

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Draußen ziehen Lehmhütten-Dörfer vorbei. Drinnen schmiert Nils sich gerade mit Sonnencreme ein. Der Geruch katapultiert mich in meine Kindheit. Familienurlaub in Spanien. Pippi-Wellen und Fanta am Strand. Schwimmflügel. Sandburgen. Da war das Ende immer doof. Urlaub vorbei, zurück in den Alltag.

Mittagessen im Auto - bei strömenden Regen

Mittagessen im Auto – bei strömenden Regen

Das Ende der Weltreise wiegt anders. Klar, da ist ein Gefühl wie eine Last, ein Mist-morgen-ist-Montag-Sonntags-Blues, doch die Vorfreude auf den Alltag, auf das Wiedersehen mit den Menschen, die für mich Heimat sind, fällt mehr ins Gewicht. Sie liegt mir wie ein Teller Kartoffelsalat im Bauch. Schwer wie ein Stein, schön wie frisch verliebt sein. Vielleicht, weil ich es bin. Verliebt in den Gedanken, wieder nach Hause zu kommen.

Vielleicht kribbelt die Vorfreude auch deshalb so, weil ich voll bin. Elf Monate Eindrücke, Eindrücke, Eindrücke. Ich brauche Kompost-Monate. Wir haben so viel gesehen, so viel erlebt. Wir teilen Erinnerungen, die unser Weltbild erschüttert und neu zusammengesetzt haben. Wir…

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Es plattert. Afrikanischer Regen. Auf die Windschutzscheibe klatschen dicke Tropfen, ER ruft plötzlich dagegen an: „Equator! Wir fahren gerade von der Nordhalbkugel auf die Südhalbkugel. Da, wo das Wasser im Klo andersrum fließt!“ Ich denke an unseren Sprung von Europa nach Asien. In einer Woche gehts wieder zurück. Zurück nach Europa, zurück nach Deutschland.

Sicher komisch und schön zugleich, wenn ich mit Fremden auf der Straße wieder eine Sprache teile. Aber… 

 

 

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